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Die IG querfeldNein feiert ihren Erfolg – und bleibt dran

Nur ein Jahr brauchte die IG querfeldNein, um das Projekt Talstrasse Seetal zu versenken. Das war am 22. Januar ein Grund, zu feiern. An der Mitgliederversammlung im «Sternen» in Ballwil nahmen rund 30 Personen teil. «Es haben viele Personen eine gewichtige Rolle bei diesem Erfolg gespielt», sagte Hans Bächler von der Kerngruppe. «Aber die wichtigsten Personen wart ihr», wandte er sich an die Mitglieder und dankte ihnen für die Unterstützung.

Die Initiative, den Widerstand gegen die Talstrasse zu bündeln, war im Herbst 2013 von der Pro Natura und der SP Hochdorf ausgegangen. Im folgenden Dezember bildete sich ein überparteiliches Komitee, das am 25. März 2014 zur Gründungversammlung der IG querfeldNein einlud. «Damit geriet der Stein mächtig ins Rollen», sagte Hans Bächler von der Kerngruppe am Donnerstag vergangener Woche an der Mitgliederversammlung der IG in Ballwil. Bis nach den Sommerferien sammelte die IG rund 2600 Unterschriften für eine Petition gegen das Projekt, und am 5. November strich der Kantonsrat die Talstrasse aus dem kantonalen Strassenbauprogramm.

Diesen Erfolg wollte die IG mit ihren Mitgliedern feiern. Mit ihnen blickte die Kerngruppe auf das ereignisreiche Jahr zurück, dankte ihnen für die ideelle und finanzielle Unterstützung und einigte sich darauf, wie sich die IG in die weitere Planung einbringen solle. Denn mit dem Nein zur Talstrasse hatte der Kantonsrat zugleich beschlossen, nach Lösungen entlang der bestehenden Verkehrsachse zu suchen, diese bis Inwil in den Blick zu nehmen und dafür zwei Millionen Franken zur Verfügung zu stellen.

Wie planen derweil Gemeinden und Kanton weiter? Die IG hatte sich dazu Anfang Januar erkundigt und gab folgenden Überblick:

Idee Seetal: Pius Höltschi hat sein Mandat Korridorplanung Seetal an den Verwaltungsrat und die Geschäfts-leitung der Idee Seetal zurück gegeben. Geschäftsführerin Anita Dietrich erklärte, da der Prozess erst am Anlaufen sei, könne die Idee Seetal zum jetzigen Zeitpunkt keine Informationen geben.

Eschenbach: «Nachdem die Umfahrungsstrasse nun vom Tisch ist, erwartet der Gemeinderat von der IG querfeldNein einen konkreten Vorschlag zur möglichen Lösung. Ihr könnt eure Ideen uns gerne präsentieren», sagte Gemeindeammann Markus Kronenberg. Die Umfahrung von Eschenbach in einem Tunnel sei immer noch vorstellbar. Ob dies realistisch sei, hänge auch von unseren Lösungsvorschlägen ab. – In naher Zukunft wird der Kanton den Knoten vor der Klosterkirche planen. Dieser ist in Topf A des kantonalen Strassenbauprogramms.

Ballwil: «Es braucht kreative und konstruk-tive Ideen, es ist nötig, Sachen zu denken, die auf den ersten Blick unrealistisch sind, allenfalls nur als Visionen durchgehen. Aber daraus können realisierbare Ideen werden», sagte Gemeindepräsident Benno Büeler. «Wir sind weiterhin der Meinung, dass für die ca. 3,3 km Strasse durch bewohnte Gebiete in Hochdorf, Ballwil und Eschenbach nicht weitere ca. 4.4 km unbewohntes Gebiet zwischen den genannten Dörfern umfahren werden müssen. Es müssen vor allem die neuralgischen Stellen ausgebaut werden, so dass der Verkehr besser fliessen kann.
zum Beispiel Untertunnelung in Ballwil / Tieferlegung der Geleise in Ballwil.» Genannte Stichworte: Zweispuriges Geleise? Zweistöckige Wagen? Ausbau der Bahnhöfe, um längere Zugskompositionen zu ermöglichen? Tiefbahnhof (-höfe)? Viertelstundentakt währen der Stosszeiten?

Hochdorf: Hochdorf macht gegenwärtig eine Umfrage in der Bevölkerung. Gemeinderpräsidentin Lea Bischof: «Der Gemeinderat von Hochdorf wird nach der Auswertung der Umfrage die Ergebnisse analysieren und dann über das weitere Vorgehen diskutieren. Dies ist zurzeit noch ein ergebnis-offener Prozess.» Hochdorf wolle gegenüber dem Kanton eine starke und klare Haltung einnehmen.

Kanton, Dienststelle Verkehr und Infrastruktur (vif): «Das vom Kantonsrat gestrichene Projekt wurde in der Zwischenzeit abgeschlossen. Die Planung sieht vor, im ersten Halbjahr 2015 die genaue Aufgabenstellung zu klären, die Projektorganisation aufzubauen, den Terminplan festzu-legen und das Vorgehen abzustimmen.»

Visionen wagen

Die IG querfeldNein gehe es nun darum, «den Horizont zu öffnen und kreative Visionen zu entwickeln», wie Klaus Helfenstein von der Kerngruppe sagte. «Wir können keine fertigen Pläne liefern, und die technischen Lösungen sind Sache von Kanton und Gemeinden. Aber wir wollen feststellen, ob das Problem wirklich nur auf der Strasse besteht oder nicht auch in den Köpfen. Manchmal lässt sich auch mit Verhaltensänderungen viel erreichen.» Die IG will nun mit den noch vorhandenen Spendengeldern eine einfache Studie erstellen lassen, welche die Situation analysiert, den Fokus weg von Umfahrungsstrassen nimmt, Lösungsansätze und Vorgehensweisen aufzeigt, die sich andernorts verwirklichen liessen und auch visionäre Vorschläge macht. Wann diese Studie vorliegen soll, steht noch nicht fest. Die Kerngruppe wird hier und über Rundmails weiterhin informieren und ist froh um die Unterstützung ihrer Mitglieder.

Hier die Präsentation dieses Abends als PDF herunterladen

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  1. Pingback: IG querfeldNein lud Gemeinden zur Diskussion ein | querfeldnein.ch

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